Das Kompetenzzentrum für Tumorerkrankungen des Bauchfells am Höchster Klinikum wurde kürzlich durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) erfolgreich rezertifiziert. Damit gehört das Höchster „Peritonealkarzinosezentrum“ weiterhin zu den bundesweit acht zertifizierten Zentren, die sich auf die Behandlung dieser seltenen Krebserkrankung spezialisiert haben.
Das Bauchfell ist eine dünne Haut, die den gesamten Bauchraum auskleidet und die inneren Organe umhüllt. Jährlich erkranken rund 25.000 Patienten in Europa an einem Tumorbefall des Bauchfells. An spezialisierten chirurgischen Zentren hat sich in den vergangenen Jahren eine innovative, kombiniert chirurgisch-medikamentöse Therapie zur Behandlung der Erkrankung etabliert – die sogenannte HIPEC. Sie stellt eine innovative Behandlungsmethode gegen die Streuung von Tumoren in den Bauchraum dar und kombiniert die Entfernung aller sichtbaren Tumorknoten mit der „vor Ort“-Gabe einer hyperthermen Hochdosis-Chemotherapie. Hierbei wird eine Spüllösung mit einem Chemotherapeutikum versehen und bei rund 41,5 Grad Celsius für 60 bis 90 Minuten mit Hilfe einer Herzlungenmaschine lokal im Bauchraum verteilt.
Am Klinikum Höchst kommt das HIPEC-Verfahren seit 2010 bei fortgeschrittenen Tumoren zum Einsatz. Lange galt der „Bauchfellkrebs“ als chirurgisch nicht behandelbar, da er immer Ausdruck eines fortschreitenden Krebsleidens ist und mit einer deutlich reduzierten Lebenserwartung einhergeht. „Wir möchten betroffenen Patienten trotz dieser schweren Erkrankung Mut machen, sich in hochspezialisierten Kompetenzzentren behandeln zu lassen. In vielen Fällen kann dank modernster Behandlungsverfahren trotz fortgeschrittener Tumorerkrankung ein Langzeitüberleben erzielt werden“, betont Chefarzt Prof. Matthias Schwarzbach. Gemeinsam mit einem Team aus verschiedenen Fachrichtungen gewährleistet er im Rahmen des durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten onkologischen Zentrums in Höchst für seine Patienten eine bestmögliche Therapie. red